Ilse Somavilla, Anton Unterkircher und Christian Paul Berger: Ludwig Hänsel – Ludwig Wittgenstein

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Ilse Somavilla, Anton Unterkircher und Christian Paul Berger (Hrsg.): Ludwig Hänsel – Ludwig Wittgenstein. Eine Freundschaft. Briefe, Aufsätze, Kommentare, Innsbruck: Haymon (Brenner-Studien; Bd. 14) 1994, 397 Seiten mit 16 Bildseiten, ISBN 978-3-85218-1704

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Der breiten Öffentlichkeit ist Ludwig Hänsel nicht bekannt. Selbst in der Wittgenstein-Forschung wird er bis heute nur in Nebensätzen abgehandelt, obwohl er zwangsläufig Gegenstand zahlreicher Wittgenstein-Biographien ist, denn Hänsel lernte Wittgenstein bereits Anfang 1919 während der Kriegsgefangenschaft im Lager Cassino kennen und war über 30 Jahre lang mit Wittgenstein bis zu dessen Tod befreundet. Er kann als einer der engsten Freunde des großen Philosophen angesehen werden. Ludwig Hänsel war aber mehr als das. Dies zeigt das vorliegende Buch mit Nachdruck: Anhang einiger seiner Aufsätze, mit der Publikation des erhaltenen Briefwechsels zwischen Ludwig Hänsel und Ludwig Wittgenstein, anhand ausgewählter Briefe der Familie Wittgenstein und von Freunden an Hänsel, mit Übersichtsdarstellungen, die einerseits den Einzelstellenkommentar ergänzen, andererseits aber auch auf die Lebensleistung und Bedeutung von Ludwig Hänsel eingehen, und schließlich mit einer Bibliographie der gesamten Schriften und Aufsätze.

Ludwig Hänsel (1886–1959) war Mittelschullehrer für Deutsch und Französisch in Wien und verfasste mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zu Fragen der Pädagogik, Psychologie, Philosophie, Religion und Literatur. Letzteres mag verwundern, denn ein Mittelschullehrer, der gleich mehrere Bücher und diverse Aufsätze zu mehreren Fachgebieten schreibt, ist eher eine Seltenheit. In Hänsels Fall aber war die Breite seiner geistigen Interessen sogar noch wesentlich weitergehender, wie er selbst in einem von ihm verfassten Lebenslauf anführt: „Philosophie, Religiöse Probleme, Psychologie, Literatur, Pädagogik, Kulturfragen“ sowie die besonderen Arbeitsgebiete: „Moderne Fragen um Christentum und Kirche, Wertphilosophie, Erkenntnistheorie (Meinong-Wittgenstein), Pascal, Goethe (Naturphilosophie), grundsätzliche Fragen um Erziehung und Bildung (Schulprobleme).“ (9) Schon diese Fülle der diversen Interessensgebiete ist beeindruckend.

Hänsel war aber nicht nur an den genannten Gebieten interessiert, vielmehr bewegte er sich direkt am Ursprung einiger maßgeblicher Entwicklungen der österreichischen Geistesgeschichte und kann als integrale Figur des alpenländischen Geisteslebens betrachtet werden: Als Mitschüler von Georg Trakl in Salzburg, mit dessen Lyrik er sich als einer der ersten wissenschaftlich beschäftigte, als Schüler von Alexius Meinong an der Grazer Universität, als Freund Ludwig Wittgensteins, als Bewunderer von Karl Kraus, dem er zum 60. Geburtstag einen bemerkenswerten Aufsatz widmete, durch den brieflichen wie persönlichen Kontakt zu Ludwig von Ficker, dem Herausgeber der Innsbrucker Zeitschrift Der Brenner, und als einer der beiden Herausgeber der Werke des religiösen Existentialisten Ferdinand Ebner. Darüber hinaus war Hänsel selber produktiv, wie der vorliegende Band anhand diverser Essays exemplifiziert.

Ludwig Hänsel allein auf seine Freundschaft zu Ludwig Wittgenstein zu reduzieren, ergäbe also ein falsches Bild dieser bedeutenden Persönlichkeit. Es lohnt sich vielmehr, Hänsels Wirken und Denken selbst zu entdecken. Dies ist durch den hier vorliegenden Band zum ersten Mal möglich.

 

© Ulrich Arnswald